Bau einer isolierten Fischfilet-Transportkiste

Das Problem

Für den Transport der gefrorenen Fischfilets hatte ich bisher eine mit Styrodur isolierte Transportkiste.
Nicht gefroren und eingeschweißt in Gefrierbeutel lassen sich die Filets in der Gefriertruhe des Angelcamps ja platzsparend und einfach stapeln. Aber beim Umpacken in die Transportkiste fallen sie dann auseinander. Das Puzzle bekommt man beim Umstapeln in die Transportkiste nicht wieder zusammen. Die Filets brauchen jetzt wesentlich mehr Platz in der Transportkiste. So bleibt nichts anderes, als mit viel Luft dazwischen loszufahren. Gar nicht gut für den Kältehaushalt des Transports.
Die gleiche Rödelei hat man dann nochmals zu Hause beim Umpacken in den Gefrierschrank.

 

Die IDEE

Meine Idee ist, dass eine Schublade des Gefrierschranks zu Hause mit Styropor umbaut wird.
Dann kann man die eigenen Schubladen schon in Norwegen in der Gefriertruhe des Camps mit den Filets bestücken und das lästige und zeit- und platzraubende 2malige Umpacken der Filets entfällt.
Eine 100% genaue Beschreibung habe ich nicht erstellt.
Das Ganze ist sowieso nur was für Bastelfritzen.
Und da kann jeder genauen Details besser, und das ist gut so.

Aber ich denke die Idee kommt richtig rüber.

 

Die Aufgabe

Die Schublade soll :
– In Norwegen: raus aus der Gefriertruhe – rein in die Box

– Zu Hause: raus aus der Box – rein in den Gefrierschrank

– Kein Umpacken der Filets in Norwegen – Kein Umpacken der Filets zu Hause!

 

Meine Lösung

Verwendete Materialien:
• Styroporplatten (WLG040) 50mm x 500mm x 1200mm (hatte ich noch)
• 1 St. Styrodurplatte 40mm x 600mm x 1000mm (hatte ich noch)
• Baukleber lösungsmittelfrei, der einfachste reicht
• 1 St. Styroporplatte 15mm dick für den Deckel

Man kann auch nur Styrodur verwenden, dann ist die Isolierung und Festigkeit höher, aber der Preis auch.

Die Styroporplatten schneidet man mit einer Stichsäge auf Maß. Allerdings sollte da ein Schneideblatt ohne Sägezähne benutzt werden. Mit Sägezähnen wird man „einschneit“. Die Sauerei lässt sich nicht so einfach beseitigen.
Es ist auch nicht verkehrt 1-2 Platten zu opfern um das Schneiden zu üben. Es ist wichtig dass der Schnitt rechtwinklig und gerade ist. Nur allzu leicht verläuft das Sägeblatt und die Schnittkante wird schief oder buckelig. Und dann kriegt man das Ding nicht so einfach rechtwinklig verklebt. Die Klebeflächen müssen plan aufeinander liegen um die Isolierfähigkeit  der Transportkiste so hoch wie möglich zu halten.

Also: rechtwinklige und glatte Schnitte sind superwichtig!

Es gibt auch Geräte, die mit einem heißen Draht Styroporplatten schneiden. Die kann man sich leihen oder das Zuschneiden gleich von einem Profi machen lassen.

1.

Das ist die „Bodenplatte“ aus Styrodur.

Das ist stabiler als Styropor und isoliert besser.

Sie ist so zugeschnitten, dass sie an jeder Seite 50mm größer ist als die Schublade aus dem Gefrierschrank.

Die Styroporplatten-Seitenwände sind 50mm stark.

3.

Hier die fertige Box. Sie steht auf der Gefriertruhe des Camps Vik Brygge .
Obenauf der Deckel. Zum Schutz des Styropors ist noch Pappe drumherum mit Klebestreifen befestigt.
Die Schublade mit dem gefrorenen Filets ist noch nicht ganz eingeschoben.
Der Deckel liegt obenauf.

5.

Hier wird die Box zuhause nach 42 Stunden aus dem Auto geladen
Schutzdeckel aus Pappe wurde abgezogen. Der Deckel war noch gut festgeklebt.

2.

Die zugeschnittenen Platten werden stumpf aufeinander geklebt.
Wichtig ist, dass die einzelnen Teile gekennzeichnet werden, so dass man sie immer richtig zueinander zusammensetzt werden können. Das Ganze ist schließlich höchst wertvolle handgefertigte Maßarbeit und kein popliges industrielles Fließbandprodukt aus China.

4.

Die Gefriertruhe in Vik Brygge sieht ziemlich leer aus. Aber in beiden Schubladen sind jeweils 20kg Filet gepackt.
Zwei Streifen 20mm Styropor sind zum Trennen der Fischsorten.

Das mache ich heute nicht mehr.

Es wird so bestückt, wie gefangen.

6.

Die Filets sind noch fest gefroren, so als wären sie eben erst aus der Gefriertruhe gekommen.

Der Temperaturverlauf unserer Rückfahrt von SENJA

Wir haben Temperaturfühler mit Datenlogger in beiden Boxen plaziert.
Normalerweise nutzen wir einfache 3-EUR Tempanzeiger und den Draht des Tempfühlers ist durch die Ecken des Deckels herausgeführt. Reicht sehr gut aus als Kontrolle unterwegs, mehr braucht es nicht.
Wir sind von Senja nach Baden-Baden in 3 Tagen. Da wollten wir es genauer wissen, um für die Zukunft genauer planen zu können.

Wie wird transportiert?
In unserem PKW-Kombi (im Bild noch Volvo V50) haben wir eine 1 cm starke Styroporplatte mit den Maßen 200x60cm als Unterlage für beide Boxen genommen. Die Boxen wurden hintereinander gelegt, damit man über den Mittelspiegel noch den rückwärtigen Verkehr beobachten kann. Die Boxen übereinander wäre, isoliertechnisch gesehen, natürlich besser.

Auf die Boxen haben wir 20 St. 0,5 Ltr. Plastikflaschen mit tiefgefrorenem Wasser(-20°C) gelegt.
Darüber einen Angeloverall und einen Angelanzug. Obendrauf kamen 2 Bettdecken.

Die Temperaturmeßfühler waren wie folgt platziert:

– TI für die Autoinnentemperatur oben offen auf der Zudeckung des Gepäcks.

– T1 für die Temperatur direkt auf den Boxen unter den tiefgefrorenen Plastikflaschen.

– T2 für Innentemperatur Box 1

– T3 für Innentemperatur Box 2

Es braucht fast zwei Tage, bis diese Schublade auf -20°C ist.

Ähnlich wird es beim Einfrieren der Filets im Camp sein.
Was am letzten Tag vor der Abfahrt in die Gefriertruhe kommt, kann nicht richtig durchgefrieren.

Den Bericht habe ich schon 2013 in kürzerer Form im Norwegen-Angelforum.de veröffentlicht.
Die Temp-Messungen sind hinzugekommen.

Noch heute nutze ich dieselben zwei Kisten, die wir damals gebaut haben.